Hauptverfahren und Hauptverhandlung

Wird das Hauptverfahren durch das Gericht eröffnet, kommt es zur Hauptverhandlung. Dabei unterteilt sich das Hauptverfahren in zwei Phasen: Zunächst beginnt die Vorbereitung der Hauptverhandlung (u.a. Terminbestimmung, Zustellung des Eröffnungsbeschlusses). In Haftsachen ist dabei der Beschleunigungsgrundsatz besonders zu beachten. Anschließend findet die Hauptverhandlung statt. Grundsätzlich gilt in der Hauptverhandlung der Mündlichkeitsgrundsatz. Ebenso ist die Hauptverhandlung grundsätzlich öffentlich (Ausnahmen z.B. wenn der Angeklagte jugendlich ist).

Ablauf der Hauptverhandlung bzw. Gerichtsverhandlung

Die Hauptverhandlung beginnt mit dem Aufruf der Sache. Es wird dann durch den Vorsitzenden die Anwesenheit des Angeklagten, des Verteidigers sowie der Beweismittel (insbes. Zeugen und Sachverständige) festgestellt. Anschließend werden Zeugen und Sachverständige belehrt (zumindest in der Praxis) und aufgefordert den Sitzungsaal zu verlassen.

Der/die Angeklagte wird nun zu seinen persönlichen Verhältnissen vernommen. Sodann verliest der Staatsanwalt den Anklagesatz. Es folgt die Belehrung des/der Angeklagten über seine Aussagefreiheit. Es steht dem/der Angeklagten frei, sich zur Sache zu äußern. Möchten Angaben gemacht werden, kommt es zur Vernehmung des/der Angeklagten zur Sache. Anschließend wird die Beweisaufnahme durchgeführt (Vernehmung von Zeugen, Verlesung von Urkunden, etc.).

Schlussplädoyers und Urteil

Mit Abschluss der Beweisaufnahme erhalten zunächst Staatsanwaltschaft und dann Angeklagte/r oder dessen Verteidiger zu ihren Ausführungen das Wort (Schlussplädoyers). Anschließend hat der/die Angeklagte das letzte Wort. Das Gericht zieht sich dann zur Urteilsfindung zurück. Die Hauptverhandlung endet mit der Urteilsverkündung.

Gegen ein Urteil kann unter Umständen Berufung eingelegt werden.

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