Verteidigung im Strafverfahren

Für Beschuldigte und Angeklagte im Strafverfahren ist eine gute Verteidigung oder Strafverteidigung immens wichtig. Denn wem eine Straftat vorgeworfen wird und gegen wen ein Strafverfahren eingeleitet wurde – für den steht nicht selten eine empfindliche Geldstrafe oder Freiheitsstrafe im Raum.

Recht auf ein faires Verfahren

Deutschland gewährt jedem Beschuldigten das Recht auf ein faires Verfahren. Wesentlicher Teil davon ist das Recht auf einen Strafverteidiger. Deshalb hat jeder Beschuldigte in jedem Stadium eines Strafverfahrens das Recht, einen Strafverteidiger in Anspruch zu nehmen. Dieses Recht auf einen Strafverteidiger und effektive Verteidigung im Strafverfahren ist dabei außerdem ein anerkanntes Menschenrecht und Prozessgrundrecht.

Pflichtverteidigung und Pflichtverteidiger

Beschuldigte oder Angeklagte einen Verteidiger hat. Hierbei handelt es sich um Fälle der notwendigen Verteidigung. Hat der Beschuldigte bzw. Angeklagte keinen Strafverteidiger gewählt, wird dem Beschuldigten ein Pflichtverteidiger zugeteilt, der die sogenannte Pflichtverteidigung übernimmt.

 

Denn der Gesetzgeber geht davon aus, dass es Verfahrenslagen gibt, in denen die Rechte des Angeschuldigten / Beschuldigten / Angeklagten ohne Rechtsanwalt im Strafrecht kaum gewahrt werden können bzw. der Betroffene sich nicht mehr selbst ausreichend verteidigen kann. So eine notwendige Verteidigung ist laut Gesetz immer dann anzunehmen, wenn die Hauptverhandlung vor dem Landgericht oder Oberlandesgericht stattfindet. Außerdem wird ein Pflichtverteidiger beigeordnet, wenn z. B. der Verdacht besteht, dass ein Verbrechen begangen wurde oder wenn ein Berufsverbot droht.

 

Für den Anspruch spielt die finanzielle Situation des Beschuldigten oder Angeklagten dabei keine Rolle. Allein entscheidend ist, ob es sich um einen Fall der notwendigen Verteidigung handelt.

Wahlverteidiger

Das Gegenstück zum Pflichtverteidiger ist der Wahlverteidiger. Hier sucht sich ein Beschuldigter bzw. Angeklagter seinen Strafverteidiger selbst aus und kann das auch tun, wenn keine Verteidigung durch einen Strafverteidiger notwendig ist.

 

Für die Frage, wer die Kosten der Verteidigung übernimmt, spielt es keine Rolle, ob die Verteidigung ein Pflichtverteidiger oder Wahlverteidiger übernommen hat. Die Regelung hinsichtlich der Kostentragung ist in beiden Fällen gleich: Bei einem Freispruch zahlt der Staat die Kosten der Strafverteidigung, bei der Verurteilung der Angeklagte selbst.

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