Verhaftung

Die Verhaftung ist ganz allgemein der Beginn einer Haftzeit – mit ihr wird stets ein Haftbefehl vollzogen, die verhaftete Person wird gefangen genommen. Da dem Verhafteten die Freiheit entzogen wird, zählt die Verhaftung zu den schwerwiegendsten Eingriffen des Staates in die Freiheitsrechte einer Person.

Haftgründe

Laut Strafprozessordnung (StPO) gibt es drei sogenannte Haftgründe: Der erste Grund ist der Vollzug einer verhängten Freiheitsstrafe. Eine Verhaftung kommt aber nicht nur am Ende eines Strafverfahrens, sondern bereits im laufenden Ermittlungsverfahren in Betracht. So wird sichergestellt, dass ein Tatverdächtiger keine Möglichkeit zur Flucht hat, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. In diesem Fall sitzt der Tatverdächtige dann in Untersuchungshaft.

Der dritte Haftgrund ist die Verhaftung zur Vorführung – das gilt für Zeugen wie für Beschuldigte. Ziel dieser Maßnahme ist in dieser Situation, das persönliche Erscheinen von Personen nach einer Vorladung zwangsweise durchzusetzen. Wer also z. B. als Zeuge zu einer Hauptverhandlung nicht erscheint, kann verhaftet und vor Gericht vorgeführt werden. Erscheint hingegen der Angeklagte im Hauptverfahren ohne ausreichende Entschuldigung nicht zum Gerichtstermin, kann er nach einem Sitzungshaftbefehl verhaftet und in Hauptverhandlungshaft genommen werden.

Abgrenzung zur Festnahme

Auch wenn die Begriffe häufig synonym verwendet werden, sind Verhaftung, und Festnahme nicht das Gleiche. Verhaftung und Festnahme unterscheiden sich vor allem durch die Rechtsgrundlage: Grundlage für eine Verhaftung ist immer ein Haftbefehl. Bei der Festnahme, die teils auch Arrest genannt wird, wird eine Person hingegen nur vorläufig festgehalten.

Im Ermittlungsverfahren vollzieht die Polizei alle diese Maßnahmen aus ermittlungstaktischen Gründen oft überraschend. Ziel ist dann, Personen in der Überforderung zu unüberlegten Aussagen zu bringen. Gerade in dieser Situation gilt: „Kein Wort ohne meinen Anwalt!“ – man sollte von seinem Aussageverweigerungsrecht bzw. Zeugnisverweigerungsrecht unbedingt Gebrauch machen!

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