Freiheitsstrafe

Die Freiheitsstrafe ist eine der drei Sanktionsmöglichkeiten (neben Geldstrafe und Berufsverbot) im deutschen Strafrecht. Im Vergleich zur Geldstrafe ist sie deutlich härter, weil sie die Freiheit des Verurteilten, stark einschränkt der sich für die Strafdauer in einer Haftanstalt aufhalten muss, .

Lebenslange Freiheitsstrafe und zeitige Freiheitsstrafe

Man unterscheidet zwischen der lebenslangen und der zeitigen Freiheitsstrafe. Die lebenslange bzw. umgangssprachlich lebenslängliche Freiheitsstrafe ist im deutschen Strafrecht das höchstmögliche Strafmaß. Sie wird deshalb nur bei besonders schweren Verbrechen wie etwa Mord verhängt. Die Haft endet aber auch dann nicht zwangsläufig mit dem Tod des Verurteilten. Denn nach 15 Jahren kann die Aussetzung der Reststrafe beantragt werden. Dieser Antrag kann alle zwei Jahre wiederholt werden. Eine Ausnahme besteht nur, wenn das Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellt. Dann wird der Erstantrag auf jeden Fall abgelehnt und es bleibt nur die Möglichkeit die Reststrafe nach einem Wiederholungsantrag auszusetzen.

Jede andere, nicht lebenslängliche Freiheitsentziehung bezeichnet man als zeitige Freiheitsstrafe. Sie wird für einen festgesetzten Zeitraum verhängt und beträgt in der Regel zwischen sechs Monaten und 15 Jahren. Nur in Ausnahmefällen kann das Mindestmaß von sechs Monaten unterschritten werden und eine Strafe von weniger als sechs Monaten verhängt werden.

Strafe mit und ohne Bewährung

Kurze Freiheitsstrafen können unter Umständen zur Bewährung ausgesetzt werden. Bewährung bedeutet, dass die Strafe nicht in der Haftanstalt abgesessen werden muss, sondern der Verurteilte die Möglichkeit bekommt, sich innerhalb von zwei bis fünf Jahren (Bewährungszeit) zu bewähren, indem er sich straffrei verhält.

Eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren kann nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. Bei guter Führung kann aber zum Halbstraftermin oder Zweidrittelstraftermin die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Hat also der Verurteilte die Hälfte oder zwei Drittel seiner Haftstrafe verbüßt, kann er beantragen den Rest zur Bewährung auszusetzen.

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