Geldstrafe

Die Geldstrafe ist neben Freispruch oder Verhängung einer Freiheitsstrafe das dritte mögliche Urteil im Strafverfahren. Die Geldstrafe ist die mildeste Strafe, die ein Strafgericht für eine Straftat verhängen kann. Bei der Geldstrafe muss der Verurteilte einen bestimmten Betrag an die Justizkasse zahlen.

Berechnung

Das deutsche Strafrecht kennt keine pauschale Geldstrafe, denn sie richtet sich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters. Der Stinkefinger kostet also nicht per se 400 Euro, eine Körperverletzung liegt nicht generell bei 2000 Euro.

Vielmehr wird diese Strafe nach Tagessätzen berechnet. Die Gesamthöhe setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Sie ergibt sich einerseits aus der Anzahl der verhängten Tagessätze und andererseits der Höhe des einzelnen Tagessatzes. Basis für die Berechnung der Höhe des Tagessatzes ist das Nettoeinkommen des Täters. Es werden aber auch bestimmte Belastungen wie z. B. Unterhaltspflichten berücksichtigt. Die Anzahl der Tagessätze ergibt sich aus der Strafzumessung des Gerichts. Für die Frage, wie viele Tagessätze der Verurteilte zahlen muss, spielt deshalb seine Schuld eine entscheidende Rolle.

Vorstrafe?

Eine Geldstrafe führt nicht zwingend dazu, dass man vorbetraft ist. Eine solche Strafe wird grundsätzlich nur ins polizeiliche Führungszeugnis eingetragen, wenn das Gericht eine Strafe von mehr als 90 Tagessätzen verhängt hat.

Fällt die Strafzumessung des Gerichts geringer aus, gilt man grundsätzlich nicht als vorbestraft. Von diesem Grundsatz gibt es aber einige Ausnahmen. Die 90-Tagessatz-Regel gilt nur für die erste Geldstrafe, bei manchen Straftaten gilt die 90-Tagessatz-Regel gar nicht. Das gilt vor allem bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (Sexualstrafrecht). So wird z. B. die Geldstrafe für Exhibitionistische Handlungen oder Zuhälterei immer ins polizeiliche Führungszeugnis des Verurteilten eingetragen.

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