Totschlag

Totschlag ist – wie auch der Mord – eine Straftat nach dem Strafgesetzbuch (StGB) und ein umgangssprachlich sogenanntes Kapitalverbrechen, also eine besonders schwere Straftat. Der Totschlag nach § 212 StGB wird deswegen auch besonders hart bestraft.

Vorsätzliche Tötung

Den Straftatbestand Totschlag verwirklicht, wer einen anderen Menschen vorsätzlich tötet. Wer einen Menschen fahrlässig ums Leben bringt, z. B. bei einem Autounfall, kann deshalb nicht wegen Totschlag angeklagt werden. Dann kommt lediglich eine fahrlässige Tötung in Betracht.

 

Vorsatz bedeutet, dass man den Tod der anderen Person wirklich wollte (Vorsatz 1. Grades „dolus directus“), dass einem der Tod der anderen Person egal ist, man aber weiß, dass die andere Person stirbt (Vorsatz 2. Grades) oder dass man den Tod einer Person billigend in Kauf nimmt (Vorsatz 3. Grades, „dolus eventualis“).

Tötung eines Menschen

Wegen Totschlag kann man sich nur strafbar machen, wer einen Menschen tötet. „Mensch“ bedeutet, dass der Mensch bereits geboren sein muss. Ein ungeborenes Kind kann also nicht Opfer eines Totschlags sein. Hier kommt vielmehr der Straftatbestand des Schwangerschaftsabbruchs in Betracht (§218 StGB), wenn das Kind im Leib der Mutter getötet wurde.

 

Wer ein Tier tötet, verstößt in manchen Fällen gegen das Tierschutzgesetz. Der Straftatbestand wird dann „Tötung eines Wirbeltieres“ genannt.

Strafandrohung

Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. Weil Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren nicht „auf Bewährung“ möglich sind, ist bei einem Totschlag eine Haftstrafe nicht vermeidbar. Wer vorsätzlich einen anderen Menschen tötet und wem das nachgewiesen werden kann, wird grundsätzlich eine Haftstrafe verbüßen müssen.

 

In einem besonders schweren Fall kann die Strafe auch – wie beim Mord – eine lebenslange Freiheitsstrafe sein. Zwar muss der Täter dann auch nicht bis zu seinem Lebensende in Haft bleiben, eine frühzeitige Entlassung ist aber erst nach 15 Jahren verbüßter Haft möglich.

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