Untersuchungshaft oder auch: U-Haft

Die Untersuchungshaft oder U-Haft ist eine Zwangsmaßnahme, die die Staatsanwaltschaft während eines Ermittlungsverfahrens beantragen kann. Rechtsgrundlage für die Untersuchungshaft ist ein Haftbefehl.

Keine willkürliche Untersuchungshaft

Die U-Haft ist – wie jede freiheitsentziehende Maßnahme – ein schwerer Eingriff in die persönliche Freiheit einer jeden Person und damit ein schwerer Eingriff in ein Grundrecht. Aus diesem Grund darf Untersuchungshaft nicht willkürlich von einem Richter angeordnet werden. Aus diesem Grund gibt es enge rechtliche Voraussetzungen für die Anordnung der Untersuchungshaft. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, darf eine Untersuchungshaft angeordnet werden und ein Beschuldigter in U-Haft genommen werden

Voraussetzungen der U-Haft

Erste Voraussetzung für eine mögliche Anordnung der U-Haft ist ein dringender Tatverdacht.

Der besteht nur, wenn alles auf den Beschuldigten als Täter einer bestimmten Straftat hindeutet und er die ihm vorgeworfene Tat mit hoher Wahrscheinlichkeit begangen hat. Weitere Voraussetzungen der Untersuchungshaft sind, dass ein sogenannter Haftgrund vorliegt und die Anordnung der U-Haft insgesamt verhältnismäßig ist. Der klassische Haftgrund ist die Fluchtgefahr. Diese Art der Haft kann aber auch bei Verdunkelungsgefahr oder Wiederholungsgefahr angeordnet werden

Dauer der Untersuchungshaft

Wie lange die Untersuchungshaft im Einzelfall dauert, hängt vom Einzelfall ab. Denn die Dauer der Haft hängt vom Tatvorwurf ab, aber auch vom Umfang der Ermittlungen im Strafverfahren. Aber es gibt zeitliche Grenzen für die Untersuchungshaft. Insgesamt sollte die Höchstdauer sechs Monate nicht überschreiten, auch wenn in schwierigen Fällen das Oberlandesgericht diese grundsätzliche Maximaldauer der U-Haft verlängern kann. In jedem Fall gilt aber, dass nach spätestens drei Monaten ein Richter in einer mündlichen Haftprüfung überprüfen muss, ob die Voraussetzungen für die Haft noch vorliegen.

 

Es besteht außerdem die Möglichkeit, die Anordnung der Untersuchungshaft mit Unterstützung eines Strafverteidigers anzugreifen, indem man z. B. die Fluchtgefahr als Haftgrund mit einer starken sozialen, familiären und beruflichen Einbindung erschüttert. Außerdem kann die U-Haft mit Unterstützung durch einen Strafverteidiger außer Vollzug gesetzt werden, wobei weitere Maßnahmen – wie etwa das Hinterlegen einer Kaution – oder das regelmäßige Erscheinen auf dem Polizeirevier angeordnet werden kann.

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